der Evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde

Dienstag, 29. Oktober 2019

BENEFIZKONZERT: "Vom Suchen und Finden der Liebe" am 10.11. in der Pauluskirche Zehlendorf


Liebe Kolleg*innen, Ehrenamtliche und Freund*innen,

wie wir alle aus unserer täglichen Arbeit wissen, die Wahrung und Durchsetzung der in nationalen und internationalen Abkommen vereinbarten Menschenrechte von vor Folter, Krieg und Verfolgung geflüchteten Menschen gibt es leider nicht geschenkt.

Menschenrecht muss in unserer Arbeit oft durch versierte und kreative Rechtsanwälte hart erkämpft werden, manchmal auch durch die Gewährung von Kirchenasyl. Beides kostet Geld.

Gleichzeitig ist ein Rückgang der Spendenbereitschaft zu beobachten.

Um bei der finanziellen Unterstützung in Einzelfällen weiter handlungsfähig zu bleiben, lade ich herzlich ein zum Benefizkonzert am 11.10. um 18 Uhr in der Pauluskirche in Zehlendorf Mitte, Kirchstr. 6 in 14163 Berlin, siehe Flyer.

Da ich seit über 20 Jahren in verschiedenen Ensembles als Sängerin tätig bin, werde ich selbst, begleitet vom wunderbaren Musiker und Kantor der Pauluskirche Cornelius Häußermann am Flügel, die textlich und musikalisch brillanten Stücke von Friedrich Holländer, der damals vor den Nazis aus Deutschland flüchten musste, präsentieren. Es wird romantisch, ehrlich und komisch. In der Pause wird es einen Umtrunk geben und ein paar Köstlichkeiten.

Kommen Sie zahlreich und sagen Sie es gerne weiter, die Pauluskirche darf voll werden ; )

Ich freu mich auf Sie!

Spenden können natürlich auch direkt auf das Nothilfekonto der Flüchtlingsarbeit überwiesen werden unter:

Evangelischer Kirchenkreisverband Berlin Süd-West
Betreff: Flüchtlingsarbeit T-Z, Nothilfe
Evangelische Bank eG
IBAN: DE18 5206 0410 0003 9663 99
BIC:GENODEF1EK1

Spendenbescheinigungen werden bei Bekanntgabe der Adresse automatisch im Februar 2020 verschickt.

Herzliche Grüße,
Franziska Menzel
Asylverfahrensberatung
Beauftragte für die Arbeit mit Geflüchteten im Ev. Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf

Dienstag, 8. Oktober 2019

Ausländerbehörde: Runder Tisch ruft zur Fallsammlung auf

Wir veröffentlichen hier den Aufruf des "Runden Tisches " zur Flüchtlingshilfe im Landkreis Potsdam-Mittelmark zur Sammlung von Fällen zur Entscheidungs-Praxis in der Ausländerbehörde in Werder:

 

Liebe Mitstreiter*innen,
wir wissen alle, dass die Ausländerbehörde in Werder vermehrt Anträge auf Beschäftigungserlaubnis sowie auf Ausbildung/Ausbildungsduldung ablehnt bzw. nicht bearbeitet. Was uns allerdings fehlt, sind systematische Informationen und ein Überblick über die genauen Umstände und darüber, wie viele von dieser restriktiven Praxis betroffen sind. 
Warum das ganze? Einerseits würde uns eine solche "Fallsammlung" ermöglichen auf solider Basis Gespräche mit Politik, Verwaltung und Presse zu führen - soweit im Einzelfall nicht anders abgesprochen, werden die "Fälle" selbstverständlich nur anonymisiert weitergegeben. Andererseits gibt es weiterhin die Möglichkeit, sich - jeweils nach Absprache - bei aufsichtsführenden Stellen  über Entscheidungen, die wir für rechtswidrig halten, zu beschweren.

(Aus dem MIK - Ministerium für Inneres und Kommunale Angelegenheiten Brandenburg - wurden vor wenigen Tagen Zweifel geäußert, ob es sich wirklich um ein flächendeckendes Problem handele, nochmal ein Zeichen, dass wir selbst dokumentieren müssen!)
Rückfragen an Ulrike Rauh (Ehrenamtliche, u_rauh@web.de) und Mara Hasenjürgen (Flüchtlingsrat Brandenburg, hasenjuergen@fluechtlingsrat-brandenburg.de) schicken.

Herzlichen Dank für die Mitarbeit und besten Grüßen,
Kirstin Neumann i.V. für das Flüchtlingsrats-Team
Ulrike Rauh (Ehrenamtliche)
Kirstin Neumann

Flüchtlingsrat Brandenburg I Rudolf-Breitscheid-Str. 164 I 14482 Potsdam
Tel.: 0331 / 71 64 99 I Fax: 0331 / 88 71 54 60
Mobil: 0160 5633193
Beste telefonische Erreichbarkeit Montag und Mittwoch 10-12 Uhr
www.fluechtlingsrat-brandenburg.de
https://www.facebook.com/FluechtlingsratBrandenburg/
Spendenkonto: IBAN: DE33 1605 0000 3501 0100 00 I BIC: WELADED1PMB


Dienstag, 1. Oktober 2019

Runder TIsch Asyl und Migration: Offener Brief an Landrat und Innenminister zu Ausländerbehörde Werder


Der Runde Tisch Asyl und Migration PM beklagt in einem Offenen Brief  diverse Missstände in der Ausländerbehörde des Landkreises mit Sitz in Werder/Havel. Laut Bericht in den Potsdamer Neuesten Nachrichten haben den Brief unter anderem  Siegfried-Thomas Wisch, der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg, die Koordinatorin der Flüchtlingshilfe der Gemeinden Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Marion Höhne sowie die Vorsitzende des Integrationsbeirats Potsdam-Mittelmark, Mónica Vásquez Parra unterschrieben. 

https://www.pnn.de/potsdam-mittelmark/offener-brief-von-fluechtlingshelfern-missstaende-in-der-auslaenderbehoerde/25056460.html

Der Brief im Wortlaut:

Im Juli ist der Runde Tisch erstmals zusammengekommen: ein Bündnis aus insgesamt rund vierzig VertreterInnen der Zivilgesellschaft, die beruflich oder ehrenamtlich mit Geflüchteten zu tun haben. Zunehmende Irritation über Entscheidungen der Ausländerbehörde, insbesondere im Falle von Beschäftigungs- und Ausbildungserlaubnissen, hat diese Menschen zusammengebracht: Seit mehreren Monaten beobachten sie, wie AntragstellerInnen die Aufnahme einer Arbeit verweigert wird – entweder ganz ohne oder mit rechtlich frag-würdiger Begründung. In der Folge verlieren Menschen, die teilweise schon seit zwei Jahren ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten, ihre Arbeit und fallen zurück in den Leistungsbezug durch Jobcenter oder Arbeitsagentur. Sie werden in die Tatenlosigkeit gezwungen, deren negative Auswirkungen bis hin zu Depressionen man kaum näher erläutern muss. Und auch die ArbeitergeberInnen sehen sich durch diese Praxis geschädigt: erprobte ArbeitnehmerInnen fallen plötzlich aus, und in Praktika angeworbene Auszubildende können ihre Ausbildung wider Erwarten und allen Bemühungen zum Trotz nicht antreten.

So haben sich auch betroffene ArbeitgeberInnen dem Runden Tisch angeschlossen.

Im August hat dieses Netzwerk den Offenen Brief verfasst und bis vergangenen Montag Unterschriften gesammelt. Mehr als mehr als einhundert Unterschriften kamen hierbei zusammen.

Wir erwarten von den Verantwortlichen in der Kreispolitik, dass sie die Behörde personell, finanziell und organisatorisch so ausstattet, dass qualitativ hochwertige Dienstleistung im Sinne gelingender Integration möglich ist.

Wir sind interessiert an Gesprächen mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung.

Wir setzen einige Hoffnung in die neue Leiterin der Behörde. Zwar kann sie sicherlich nicht von heute auf morgen alles umkehren und aufholen, was durch viele Jahre stiefmütterlicher Behandlung durch die Kreispolitik verursacht wurde.

Auch den Teilnehmenden am Runden Tisch ist klar, dass die Arbeit in einer Ausländerbehörde ausgesprochen anspruchsvoll ist: Rechtlich komplexe Zusammenhänge müssen AntragstellerInnen verständlich gemacht werden, die des Deutschen oft (noch) nicht mächtig genug sind und die ganze Situation

zudem gemäß ihrer eigenen Kulturmuster zu lösen versuchen. Kulturmuster, die die deutsche Seite wiederum nicht ohne weiteres versteht. Diese Schwierigkeiten sind den MitstreiterInnen des Runden Tisches aus eigener Erfahrung mit Geflüchteten nur allzu bekannt.

Deshalb erwarten wir, dass das Personal für die Arbeit in der Ausländerbehörde einschlägig geschult und kontinuierlich angemessen unterstützt wird, um dieser Herausforderung gerecht zu werden und den AntragstellerInnen durch Rechtssicherheit und Beratung die Integration zu ermöglichen.

Die oberste Leitung des Landkreises und das Innenministerium mögen ihre Dienstaufsicht in diesem Sinne ausüben!